Berufsbildende Schule Bingen



Antrag für berufliches Gymnasium

Neues Gymnasium mit den Fachrichtungen Wirtschaft und Informationstechnik

Dieser Artikel ist am 19.05.2010 in der Binger Lokalausgabe der Allgemeinen Zeitung erschienen:

Wirtschaft und Technik im Fokus

Von Lena Fleischer

BBS Schulleiter Johannes Olliges stellt erneut Antrag für berufliches Gymnasium

Aller guten Dinge sind drei: Die Berufsbildende Schule (BBS) unternimmt einen dritten Anlauf und stellt erneut einen Antrag, um ab dem Schuljahr 2011/2012 mit einem beruflichen Gymnasium an den Start zu gehen - und zwar sowohl mit der Fachrichtung Wirtschaft als auch mit einem technischen Gymnasium.

Minimaler Investitionsaufwand

„Wir geben nicht auf“, hält Schulleiter Johannes Olliges fest. Räume und Personal seien da, um mit minimalem Investitionsaufwand ein berufliches Gymnasium einzurichten. „Die Schulgemeinschaft ist der Überzeugung, dass das neu zu schaffende berufliche Gymnasium eine attraktive Alternative ist, um einen höher qualifizierten Abschluss mit Berufsbezug zu erreichen.“ Konkret meint er damit Schüler, die die Mittlere Reife bereits in der Tasche haben und nun das Abi draufsetzen wollen, und zwar mit Praxisbezug. „Das Ergebnis des beruflichen Gymnasiums ist die allgemeine Hochschulreife“, hebt Olliges hervor. Wer die hat, kann beispielsweise Medizin oder Mathematik studieren, Amerikanistik oder Architektur.

Der Einstieg ist in der elften Klasse, die im Klassenverband geschult wird. In zwei darauffolgenden Schuljahren, die nicht verkürzt sind, wählen die Schüler schließlich Grund- und Leistungskurse, etwa Mathe und Deutsch, Biologie oder Betiebswirtschaftslehre, Rechnungswesen und Informationstechnik.

Olliges legt Wert darauf zu betonen, dass der BBS-Antrag von Schulgemeinschaft und -träger, der der Landkreis ist, gemeinsam auf den Weg gebracht wurde: „Landrat Claus Schick hatte bereits im vorigen und vorletzten Jahr eine Einrichtung eines beruflichen Gymnasiums an der BBS ausdrücklich befürwortet und die uneingeschränkte Unterstützung zugesagt.“

Zudem sei das berufliche Gymnasium Technik mit dem Schwerpunkt Informationstechnik, das die BBS gerne in Bingen hätte, das erste seiner Art in Rheinland-Pfalz - sofern das Bildungsministerium sein Okay gibt.

Gymnasien entlasten

Befürworter des Antrags sieht Olliges auch in den Reihen der Politik und sagt, die Fraktionen des Binger Stadtrates, des Kreises und Mitglieder des Landtages seien sich mit ihm darin einig, dass ein berufliches Gymnasium in Bingen die allgemeinbildenden Gymnasien entlaste. Im aktuellen Schulentwicklungsplan sei sogar die Rede davon, dass die Berufsbildenden Schulen mehr berufliche Gymnasien einrichten sollten, „um dem fachlich fundierten Abitur mehr Raum einräumen zu können“, zitiert Olliges den Plan in der Begründung seines Antrags. „Wir laufen offene Türen ein“ sieht er ebenso positive Signale von Seiten einiger Unternehmen aus Bingen und der Region: „Die Betriebe sehen es als wichtig an, dass wir dazu beitragen, den zukünftigen qualifizierten Arbeitskräfte-Nachwuchs zu sichern.”

Denn Olliges glaubt, dass es „in naher Zukunft” zu „Verschlechterungen” der BBS kommt, in dem Sinne, dass die Schule an Attraktivität verliert, sobald es die der Rochus-Realschule angeschlossene Fachoberschule geben wird (die AZ berichtete). Die Rochus-Realschule plus will nämlich ab Sommer 2011 in der Fachoberschule zwei Fachrichtungen anbieten und jeweils eine Klasse „Wirtschaft und Verwaltung“ sowie eine Klasse „Gesundheit“ einrichten. Der von der BBS fürs berufliche Gymnasium angestrebte Schwerpunkt Informationstechnik wiederum passe gut zum Profil der Binger BBS und runde das Bildungsangebot in Bingen insgesamt ab, argumentiert Olliges.

Und weil aufgrund der demographischen Entwicklung die Schülerzahlen zurückgehen und somit Kapazitäten an der BBS frei werden, fühlen sich Olliges und seine Kollegen in der Lage, das berufliche Gymnasium erfolgreich umzusetzen: „Wir verfügen bereits über eine hervorragende Ausstattung und haben das Know-How vor Ort, um den Schülern auch den Berufsbezug anschaulich und aktuell zu vermitteln.” Der Schulleiter hofft derzeit auf ein positives Signal von Seiten des Ministeriums im Sommer.

 



20.05.10