Berufsbildende Schule Bingen



Binger Wissen in China gefragt

03.07.2009 - BINGEN

PARTNERSCHAFT BBS knüpft Kontakt

(lef). Schulpartnerschaften mit China sind im Kommen. Nicht nur nach Frankreich und England sollen Kontakte geknüpft, sondern auch Brücken ins Reich der Mitte gebaut werden. Binger und Ingelheimer Schüler sind unlängst nach China gereist, und auch Johannes Olliges, Leiter der Berufsbildenden Schule Bingen (BBS), war nun mit zwei Kollegen dort, um eine Schulpartnerschaft anzubahnen.

Grund: Das chinesische Bildungsministerium wünscht sich Hilfe aus Deutschland. Binger Know how soll künftig in der Provinz Shandong zum Einsatz kommen, um das berufsbildende Schulwesen zu verändern. Initiiert wurde die Begegnung von Dr. SunXi, Vorsitzender des Industrie- und Handelsvereins Shandong-Deutschland, die die dreiköpfige Delegation mit ihrem Mann Xiang Guanqi auch nach China begleitet hat und als Dolmetscher fungierte. So hatten Olliges und die Kollegen Karlheinz Günther und Michael Hofer die Gelegenheit, mehrere berufsbildende Schulen in der Provinz kennenzulernen und Alltag in der potentiellen Partnerschule, der High-New Vocational School in Qingdao, zu erleben.

"Wir spürten eine enorme Aufmerksamkeit der Gastschule", sagt Olliges. Er und seine Kollegen haben die rund 3 000 Schüler beim Frühsport erlebt, Fachräume, Werkstätten und das eigene Fernsehstudio der Schule besichtigt. "Moderne Maschinen sind da, aber keine Leute, die daran unterrichten können", bringt Günther das Manko der Chinesen auf den Punkt. Die meisten Berufsschullehrer hätten dort eine gymnasiale Lehrerausbildung durchlaufen, doch es fehlt das Rüstzeug, zu vermitteln, wie die Geräte zu bedienen sind. Genau hier sind nun die Binger BBS-Lehrer gefragt.

Zunächst ist an ein Austausch von Lehrern gedacht: Drei oder vier Chinesen sollen pro Jahr an der BBS hospitieren, um sich von den deutschen Kollegen etwas abzuschauen. Weiterhin ist geplant, dass Lehrer der BBS für zwei bis vier Wochen nach China reisen, um an der Schule Vorträge zur beruflichen Unterrichtspraxis zu halten oder den Kollegen in berufsbezogener Methodik auf die Sprünge zu helfen.

 

 

 

Treffen: Schulleiter Duan Yongtian, BBS-Schulleiter Johannes Olliges, Prof. Xiang Guanqi (vordere Reihe), stellvertretender Schulleiter Han, Örtlicher Chef der KP Chinas Qu Xueshi, Lehrkräfte Michael Hofer und Karlheinz Günther (hintere Reihe). Bild: K. Günther

Im März war das Konzept bereits dem Kollegium vorgestellt worden, erklärt Olliges. Nun, nach der Reise, soll in der kommenden Woche das Votum der Gesamtkonferenz erbeten werden, das aus der potentiellen eine reale Partnerschaft macht. Dabei ist es Olliges wichtig, dass sich die gesamte Schule für die Partnerschaft mit China öffnet: Mittelfristig sollen auch die Binger Schüler mit ins Boot genommen werden. "Wir müssen kleine Schritte gehen", weiß der Schulleiter. Zugleich hofft er, gegenseitige Kontakte könnten das Verständnis füreinander verbessern und dafür sorgen, dass China ein stückweit näher rückt. Obwohl deutsche Lehrer das Renommee der chinesischen Schule mehren sollen und der Austausch auch dazu beitrage, dass das Schulprofil der BBS gestärkt werde, steht für Olliges fest: "Die Partnerschaft darf kein Selbstzweck sein, sondern es muss um die jungen Menschen gehen.

 

(Artikel aus dem Binger Lokalteil der Allgemeinen Zeitung)

 

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