Wir Auszubildenden der KSL 23 a + b – angehende Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung im 2. Ausbildungsjahr – besuchten vom 10.11.2024 bis 13.11.2024 gemeinsam mit unseren Lehrkräften Frau Willems, Herrn Kosmus und Herrn Knab die Perle des Nordens. Hamburg.
Treffpunkt war um 08:00 Uhr am Sonntagmorgen am Mainzer Hauptbahnhof. Mit dem ICE – der sogar pünktlich war – waren wir mittags bereits in Hamburg und nach einer kurzen Fahrt mit der S-Bahn erreichten wir auch schon unsere Unterkunft. Nach dem Check-In im Meininger Hotel in Hamburg-Altona waren wir bereit für unseren ersten Ausflug nach St. Pauli. Dort hatten wir eine über zweistündige lustige und sehr interessante Tour mit Claudia, einem Hamburger Quiddje, wie hier in Hamburg die Zugezogenen genannt werden. Claudia kam mit 17 Jahren nach St. Pauli, lebt nun schon über 30 Jahre auf dem Kiez und konnte uns dort viele spannende Orte zeigen und Geschichten erzählen. So sahen wir dort nicht nur das Nachtleben auf der Reeperbahn, in der Großen Freiheit, der Schmuckstraße, auf dem Hans Albers Platz, die berühmt berüchtigten Kneipen „Zum Goldenen Handschuh“, „Elbsschlosskeller“, „Silbersack“ und „Ritze“, sondern lernten auch viel über die Schicksale einzelner Personen und über Themen, die die St. Paulianer bewegen, die ihren Kiez vor Investoren schützen und so den einmaligen Charakter des Viertes bewahren wollen. St. Pauli ist ein Ort des Wandels, der Vielfalt und der Kontraste. Hier darf jeder so sein, wie er will. Die Atmosphäre auf St. Pauli ist einzigartig und vielfältig und es hat uns in den nächsten Tagen noch mehrmals hierher gezogen.
An unserem zweiten Tag hatten wir eine Führung im Packschuppen Dettmer Container Packing (DCP) im Containerterminal Tollerort. DCP ist ein Unternehmen, welches sich auf den internationalen Versand bzw. auf das effiziente und professionelle Packen von Containern spezialisiert hat und ebenso gerne von den Speditionen für Aufträge im Stückgut- und Massengutverkehr kontaktiert wird. Wir konnten hier einen sehr interessanten Einblick in die Abläufe der LCL/LCL Abfertigung gewinnen. Von der Beladung der Container mit den unterschiedlichsten Packstücken (leichte Kartons, schwere lange Rohre etc.), über die verschiedenen Möglichkeiten der Ladungssicherung, der Bereitstellung der Container für eine mögliche Beschau durch den Zoll, bis hin zum Abstellen der Container auf den entsprechenden Stellplatz zur Verladung auf das Seeschiff. DCP spielt somit eine wichtige Schlüsselrolle im Logistikprozess in Hamburg, indem sie eine lückenlose und professionelle Abwicklung des Containerpackens gewährleistet. So trägt das Unternehmen aktiv dazu bei, dass Waren sicher und pünktlich an ihrem Bestimmungsort ankommen und unterstützt somit den globalen Handel. Anschließend haben wir trotz des schlechten Wetters es uns nicht nehmen lassen, das schöne Hamburg auf eigene Faust zu erkunden. Manche waren auf der Elbphilharmonie Plaza, manche sind durch den alten Elbtunnel gegangen, manche waren auf dem Neuen Wall – eine der exklusivsten Einkaufsmeilen Deutschlands mit namhaften Modedesignern, Juwelieren etc. – manche hatten sich Tickets für das St. Pauli Musical „Heiße Ecke“ im Schidts Tivoli gebucht, es wurden Fischbrötchen gegessen und auf dem Winter-DOM wurden Riesenrad, Geisterbahn und Autoscooter gefahren.
Am dritten Tag besuchten wir vormittags das Deutsche Zollmuseum in der Speicherstadt. Die Ausstellungsstücke (Schmuggelgegenstände [Teppiche, Automotoren, Tierpräparate], Plagiate, Fälschungen [Schuhe, T-Shirts] überraschten uns, zumal wir von einem Zöllner die vielen Geschichten dazu erhielten, wie all diese Gegenstände schließlich in Hamburg angekommen und im Museum gelandet sind. Das war sehr spannend und lohnenswert und wir konnten auch einen Eindruck von den vielfältigen Aufgaben und den Einsatzorten der heutigen Zöllnerinnen und Zöllnern gewinnen. Der Zoll hat in Deutschland mehr Befugnisse als die Polizei und die Tätigkeiten beim Zoll [Drogenfahndung, Aufdeckung von Schwarzarbeit] sind offensichtlich sehr abwechslungsreich.
Im Anschluss an die Führung im Deutschen Zollmuseum machten wir uns auf den Weg nach Finkenwerder. Dort hatten wir eine Werksführung beim weltgrößten Flugzeughersteller Airbus. Auf einer riesigen Fläche mit vielen großen Hallen arbeiten über 15000 Mitarbeiter überwiegend in der Forschung für immer leichtere, sichere, treibstoffeffizientere Flugzeuggenerationen und in der Endmontage. Wir haben auf unserer geführten Tour über das Gelände – teils mit dem Bus und zu Fuß – spannende Informationen zum Innenausbau, sowie zur Struktur- und Endmontage der A320-Familie erhalten. Wir haben auch die großen Flugzeugmonster A330, A350 oder den ehemaligen Bereich der A380-Produktion gesehen. Ein A300-600 ST Beluga war gerade gelandet und hatte Rumpfteile aus dem Hauptwerk in Toulouse für die Endmontage geliefert. Die Auftragsbücher bei Airbus seien gut gefüllt und trotz der „fleißigen“ Produktion an allen Airbus-Standorten weltweit, beträgt die Wartezeit auf ein bestelltes Flugzeug aktuell 8 Jahre.
Als krönenden Abschluss machten wir mit dem Boot eine Lichterfahrt auf der Elbe. Die Skyline Hamburgs mit den riesigen Hafenanlagen war sehr beeindruckend und rundete unser Logistikprogramm ab. Zum Abschluss besuchten wir alle zusammen die bekannte Astra Brauerei auf dem Kiez und schlenderten anschließend noch über den St. Pauli Weihnachtsmarkt - einen Weihnachtsmarkt der etwas anderen Art.
Ein besonderer Dank geht an unsere Lehrer, welche den Ausflug mit uns organisiert haben und an unsere Unternehmen, die uns für die Tage freigestellt und sich größtenteils an den Kosten beteiligt bzw. diese teilweise sogar ganz übernommen haben. Herzlichen Dank!
Alina Rheinfrank (KSL 23 b)
Hier einige Bilder von unserer Studienfahrt nach Hamburg