Berufsbildende Schule Bingen



Die HBF I 11 im Landtag Rheinland-Pfalz

Einige Bürger in Deutschland hätten wohl gerne mal die Chance, hautnah mit einem ihrer Vertreter, nämlich den Politikern, zu reden und vielleicht sogar ihnen die Meinung zu sagen. Die 29 Schüler der Höheren Berufsfachschule (Fachrichtung Informations- und Netzwerksystemtechnik) der Berufsbildende Schule Bingen hatten am Donnerstag den 10.11.2011 die Chance bekommen und die Gelegenheit, im Landtag auf den Zuschauerplätzen zu sitzen, sowie ein Gespräch mit dem SPD Mitglied Michael Hüttner zu führen.

 

Die Sozialkundelehrerin Isabel Cremer, die alles organisiert hatte, sowie Deutschlehrer Sebastian Herty, haben sie bei ihrem Besuch begleitet. Als die Schüler im Landtag ankamen, waren sie zunächst überrascht, denn sie mussten Taschen und Handys abgeben und wurden vom Sicherheitsdienst kontrolliert. Mit ihren Besucherausweisen bewaffnet, konnten sie schon bald Platz auf der Zuschauertribüne des Plenarsaals nehmen. Vor ihnen ein großer Saal, hell durch beeindruckende Kronleuchter, verziert und an der Wand das rheinland-pfälzische Wappen mit der Deutschlandflagge daneben. Um 9:30 Uhr begann die Plenarsitzung und das Wort hatte Finanzminister Dr. Kühl (SPD), der mit Überzeugung davon berichtete, dass die SPD all ihre Ankündigungen und Ziele bzgl. Finanzplanung im Jahr 2011 eingehalten hat. Sein Monolog wurde immer wieder unterbrochen durch Zwischenrufe der anderen Fraktionen sowie Applaus aus den eigenen Rängen. Die Schüler interessierten sich sehr für dieses Verhalten, müssen sie doch immer ohne Kommentare und Anmerkungen dem Gegenüber respektvoll zuhören, bis dieser seinen Satz beendet hat.
Im Anschluss an die Rede des Finanzministers folgte das für die Klasse interessanteste und wohl wichtigste: Der Landtagsabgeordnete Michael Hüttner(SPD) nahm sich Zeit und kam mit den Schülern ins Gespräch über Politik und aktuelle Themen. Der ehemalige Polizist musste sich u.a. den Fragen stellen, wieso die Jugend von heute gerade die SPD wählen sollte und was von ihrem Programm am meisten überzeugen soll. Neben allgemeinen politischen Themen zu Eurokrise und Rechtsextremismus interessierte die Schüler auch Fragen zum Schulwesen und wie dieses gefördert wird. Der Finanzminister sprach von der verbesserten Bildungssituation in Grundschulen, Gymnasien und Hochschulen, weshalb die Kritik aufkam, dass die Realschulen und Berufsbildenden Schulen in seinem Blickfeld fehlten. Die Antwort Herrn Hüttners darauf war nach Ansicht der Schüler leider eher ausweichend, als dass sie beantwortet wurde.

Das ändert jedoch nichts daran, dass Michael Hüttner sehr darum bemüht ist, sich viel für die Schulen und eine bürgernahe Politik einzusetzen. Nach all der Auseinandersetzung mit der Klasse, ging es ab in die Kantine des Landtages, wo geschmaust und das Gehörte verdaut wurde. Mit vielen Gedanken an den Unterrichtsgang und neuen Erkenntnissen machten sich die Schüler auf den Nachhauseweg.

Kai Daut