Berufsbildende Schule Bingen



Binger Berufsinformationsmesse ein Publikumsmagnet

„Jeder Auszubildende kriegt, was er sucht“, meint Rogan Zauels von der Bundespolizei. Immer mehr Betriebe und Behörden machen bei Ausbildungsmessen mit. Präsentieren sich, stellen ihre Vorzüge heraus, kämpfen um die kommenden Lehrlinge. Der Markt ist umkämpft wie selten zuvor. Umgekehrt gucken sich Schüler und Studenten, meist zusammen mit den Eltern, ganz genau an, wo sie ihre Ausbildung beginnen wollen.

47 Betriebe präsentieren ihre Angebote

47 Betriebe stellten sich bei der IHK-Messe in der Sporthalle der BBS vor, zehn davon hatten ihre Premiere. Die Stände sind gegenüber früheren Veranstaltungen deutlich aufgepeppt, immer mehr Wert wird auf das Miteinander, auf den Dialog gelegt. Der demografische Wandel zeigt seine Auswirkungen. Dazu kommt, dass die allgemeinbildenden Schulen verstärkt auf den Beruf hinarbeiten. Passend dazu waren bei der Ausbildungsmesse zu den verschiedenen Schnupperkursen erstmals Workshops rund um das Thema „Bewerbungen“ im Rahmenprogramm zu finden.

Und - wen wundert’s: Alles war sensationell gut besucht. Schon zur Halbzeit konstatierte Bingens IHK-Chefin Bianca Biwer, dass der Andrang so groß war wie nie zuvor. Hatten sich die Besucherzahlen in den letzten Jahren auf Werte zwischen 500 und 800 eingependelt, war diesmal früh abzusehen, dass die Zahl der Interessenten zwischen 14 und 20 die Tausendermarke überschreiten würde. Azubi Björn von Gemünden-Bau staunt, wie sich Tjorven mit seinen erst zwölf Lenzen als Maurer beweist. Und der bekennt, dass er das eher als Hobby ins Auge fasst. Mechatroniker ist sein Berufswunsch, für den er sich noch etwas Zeit lassen kann. Lea und Sophie (14) aus Ingelheim wollen sich erst einmal umschauen, suchen nach „was Kaufmännischem“, so ganz klar ist ihre Entscheidung nicht, denn vielleicht wollen die beiden Neuntklässlerinnen doch erst das Fachabitur machen.

Ein bisschen konkreter sieht es bei Patricia aus: Sie ist zwar „noch total offen“, aber für die 15-Jährige aus Bingerbrück soll es Richtung Chemie gehen. Carina (19) aus Rheinböllen ist da schon ein, zwei Schritte weiter: Sie will ihr gerade begonnenes Studium abbrechen, lieber etwas „Geregeltes“ haben, mit Menschen arbeiten. Ihre Fragen an Johannes König von der Steuerberaterkammer sind dezidiert, gehen schon richtig in die Details.

Ähnlich wie die Simons. Der 17-Jährige aus Rümmelsheim hat sich bei einem Schülerwettbewerb inspirieren lassen, sucht ganz konkret ein Studium mit Perspektive, am liebsten im dualen System: Den Zukunftsgedanken schreibt er groß, sowohl für sich selbst, als auch für den Job. So soll’s nach Möglichkeit auf dem Maschinenbausektor sein - in Zusammenhang mit erneuerbaren Energien.

Eltern zeigen sich als eifrige Fragesteller

„Insgesamt sind es schon eher die Eltern, die eindringliche Fragen stellen und die man überzeugen muss“, hat Monique erkannt. Die 19-jährige Auszubildende bei Globus Logistik kann da ganze Arbeit leisten. Denn sie ist von ihrer Stelle absolut überzeugt. Genauso wie Monic und Kathrin von der AOK. Nach drei Stunden Messe haben sie festgestellt, dass das Interesse riesig ist, aber auch viel Unwissenheit und Unsicherheit vorherrscht. Ihr Rat: „Wichtig ist, du selbst zu sein und deine Persönlichkeit zu zeigen. Verstellen bringt nix!“

Biwer freute sich gleich doppelt: Die HWK sei auf sie zugekommen, so die IHK-Geschäftsführerin. „Eine solche Veranstaltung zusammen machen. - Das wäre top!“ wünschte sie sich für Ingelheim 2013. Weiteres Potenzial sieht Biwer in der Ausweitung der Workshops und beim neuen Schwerpunkt Interaktion.

 

geschrieben von Von Jochen Werner. Erschienen in der Allgemeinen Zeitung, Lokalteil Bingen, am 6. Februar 2012

Auch Drogerieketten suchen Nachwuchs und informieren über die unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten. Foto: Edgar Daudistel

 Der Originalartikel:

 

 



13.02.2012