Berufsbildende Schule Bingen



Das „Netzwerk für Demokratie und Courage“ wirkt

Gegen die Diskriminierung der Blauäugigen

Passkontrolle am frühen Morgen: Die Schüler der Berufsfachschule 2 für Informationsverarbeitung und Medien drängeln sich am Grenzübergang. Ein aggressiver Radiobeitrag hat die Schüler auf ihre Rollen im Planspiel eingestimmt. Sie sind Bürger/-innen des krisengeschüttelten Inselstaates Monolizien. Für die Staatsverschuldung, die hohe Arbeitslosigkeit, den Mangel an Ausbildungsplätzen, die Wohnungsnot und die steigende Kriminalitätsrate  werden  „ blauäugige Menschen“ verantwortlich gemacht. Eine tiefe Wirtschaftskrise hat das einst demokratische Land erfasst. Nun ringen Regierungs- und Oppositionsparteien um Lösungen und Wählerstimmen. Monoliziens Fortschrittspartei regiert mit aller Härte gegen die Blauäugigen. Schon in der ersten Minute entscheiden sich die Schüler, die freie Presse auszuschalten. Demokratie adieu:  Am Ende diskutiert die Jugendbewegung „Alles für Alle“ verzweifelt den Einsatz ausländischer Truppen. Die Ausgrenzung der Blauäugigen mündet in die Diktatur.

Wie diskriminierende Vorurteile, Werte, Gesetze, Vorschriften und Strukturen wirken, steht im Fokus der abschließenden Reflexion über Grundwerte in der demokratischen Kultur.
Die Sehnsucht nach demokratischer Teilhabe und einer direkten Demokratie ist unverhohlen. „Wir leben in einer Teildemokratie“, „Wir wählen nur die Abgeordneten“, riefen die Schüler morgens in den Raum.  Dass die Prävention von Diskriminierung und menschenverachteten Einstellungen ein Fundament der Demokratie bildet und jeden Einzelnen zum couragierten Handeln herausfordert,  bleibt an diesem Schultag haften.
Ein Dankeschön geht an die Teamer/-innen des Netzwerks Demokratie und Courage, junge Studierende mit einem „guten Draht“ zu den Schülern. Projekttage für Schulen sind bundesweit buchbar unter www.netzwerk-courage.de   

Autorin dieses Artikels: Elisabeth Henn



12.12.2016