Berufsbildende Schule Bingen



Köstlichkeiten für guten Zweck

Unsere Schüler engagieren sich für Obdachlose

Unsere Schüler haben Weihnachtsplätzchen für einen gute Zweck gebacken. Hierüber berichteten die Allgemeine Zeitung und die Neue Binger Zeitung. Lesen Sie hier die Berichte:

Der Bericht aus dem Lokalteil Bingen der Allgemeinen Zeitung vom 06.12.2010:

Köstlichkeiten für guten Zweck

Von Christine Tscherner

BACK-AKTION Junge Leute engagieren sich für Obdachlosen-Herberge

Berufsschüler backen für Obdachlose: Weil nach der Renovierung der Nichtsesshaften-Herberge noch Ausstattung fehlt, greifen Zuckerbäcker der Binger Berufsschulen zu Küchenschürze und Ausstechform. Der Verkauf von Weihnachtsgebäck soll den Nachbarn in Not helfen.

Alexandra Jouaux, 17, rollt Vanille-Kipferl. In den vergangenen Wochen hat sie so viel Teig zu Weihnachtsgebäck verarbeitet - „ich mag fast keine Plätzchen mehr essen“. Schülerin Alexandra jobbt als Aushilfskraft in der Ingelheimer Krankenhausküche. Die Patienten sollten zum Adventsauftakt auf Selbstgebackenes nicht verzichten müssen. Dazu backt Alexandra den sechsten Nachmittag für Binger Obdachlose. Stephanie Klingler (17) und Rebecca Wolf (16) von der Hildegardis-Berufsschule tupfen am Nachbarblech Marzipankugeln in Haselnuss-Splitter. „Selbstgebackenes ist ein persönliches Geschenk“, sagt Stephanie. Ihr Marzipan-Gebäck findet sie auch „ziemlich lecker“, Probieren muss sein.

Nussecken schneiden, Marzipankugeln formen

Die Elftklässlerinnen stechen Sterne aus, schneiden Nussecken, formen Makronen, tunken Monde in Schokolade, bepinseln und bestreuen ihr Backwerk liebevoll. Sandra Henneböhl, Lehrerin der Hildegardisschule, ist mit ihren Schülerinnen in der Küche an der Pennrichstraße zu Gast. Spontan wie Kollege Jens Kühne dort hat sie Schüler für die Hilfe von nebenan begeistern können. Die Plätzchen packen die Schüler in 150-Gramm-Beutel und verkaufen sie auf Weihnachtsmärkten, in Schulen und im Wohnort. Der Erlös kommt der sanierten Durchwanderer-Herberge zugute. Insgesamt 1000 Tüten zu zwei Euro sind das Ziel, 500 Päckchen sind als erste Marge abgefüllt. Was nach der Scheckübergabe am 21. Dezember mit dem Spendengeld passiert? „Wir brauchen nach dem Umbau noch Töpfe, Pfannen, Geschirr und müssen Bettwäsche nachkaufen.“ Werner Schwarz skizziert als langjähriger Leiter der Herberge nötige Anschaffungen.

Spenden auch für Wäsche und Fahrradzubehör

Auch dem Kauf von Fahrradzubehör, Hygieneartikeln und warmer Unterwäsche dienen die Spenden. In den Berufsschulklassen klären die Caritas-Mitarbeiter zudem über Obdachlosigkeit auf - Aufräumen mit Klischees war angesagt.

Auf sechs Nächte pro Monat begrenzt die Binger Einrichtung die Schlafgelegenheit im Haus an der Mainzer Straße. „Bedingt durch die Kälte sind wir im Moment voll“, sagt Schwarz. 14 Betten für Männer und drei für Frauen bietet die frisch renovierte Herberge. Kochen, Duschen und Wäsche waschen können die Menschen im Haus. Sozialarbeiter bieten Gespräch und Hilfen für ein „Leben zurück im System“ an. Das Haus zählt 250 bis 300 Übernachtungen im Monat.

Johannes Olliges, Leiter der BBS-Bingen, lobt die Weihnachtsbäckerei der Schüler: „Sie können mit ihrer eigenen Hände Arbeit Menschen vor der Haustür konkret und sinnvoll helfen.“ Wer nicht gern bettelnden Menschen am Straßenrand ein Geldstück zusteckt, der kann mit dem Kauf der Plätzchen die Caritas-Arbeit für Wohnungslose unterstützen.

 

In der Weihnachtsbäckerei: Schülerinnen und Schüler der BBS backen für die Herberge. Foto: hbz / Michael Bahr

Der Bericht aus der Neuen Binger Zeitung vom 08.12.210:

 



14.12.2010